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Pressespiegel 2007

Kölner Stadt-Anzeiger vom 29. November 2007

Perspektiven der Geschichte

von Stefanie Jooss

Rösrath -   Da verstehe noch einer die Schüler: Ein Geschichtsbuch hatte ihnen ihr Lehrer Klaus-Armin Pfiffer vorgelegt, das ganz anders ist als die Wälzer, die die Rösrather Gymnasiasten bisher aus dem Unterricht kannten. Statt seitenlanger Abhandlungen bietet es Illustrationen, Diagramme und Karikaturen, kurz: viel Bild, wenig Text.

Zufrieden waren die Oberstufen-Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums trotzdem nicht: Ausreichende Hintergrundinformationen fehlten ihnen nämlich. Als Vorbereitung fürs Zentralabitur in Geschichte tauge es deshalb nicht, urteilten vier von ihnen bei der Vorstellung des Werkes im Bürgerforum Rösrath. Pfiffer jedenfalls gefiel die Möglichkeit, Geschichte aus zwei Perspektiven betrachten zu können.

Dass dem Buch eine eigene Veranstaltung mit rund hundert Zuschauern gewidmet wurde, liegt an seiner Entstehungsgeschichte: Zum ersten Mal schrieben fünf deutsche und fünf französische Autoren gemeinsam an einem Schulbuch. „Histoire / Geschichte“ beleuchtet Europa und die Welt seit 1945 aus dem Blickwinkel beider Nachbarländer. Die Generation vor ihm hätte ein solches Projekt wohl für unmöglich gehalten, erklärte Mitherausgeber und Autor Peter Geiss. Schließlich waren Deutsche und Franzosen Jahrhunderte lang „Erbfeinde“.

Ein womöglich unterschiedliches Geschichtsverständnis war es jedoch nicht, das zu Diskussionen zwischen Autoren beider Nationen führte, erzählte Geiss der Moderatorin Barbara Cepielik, Redakteurin des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Vielmehr seien die Schreiber uneins über die Lehrmethoden gewesen: Deutsche Schüler seien im Unterricht gefordert, geschichtliche Ereignisse zu beurteilen. Französische Schüler hingegen müssten historische Fakten rekapitulieren können. Beide Formen ergänzen sich im neuen Buch. Dessen hoher Anteil an Bildquellen und die knapp und auf den Punkt formulierten Texte gehen ebenfalls auf das Konto französischer Lehrmethoden. Olivier Duchatelle, Direktor des deutsch-französischen Robert-Schumann-Instituts und Attaché der französischen Botschaft, hatte einen guten Rat für die Lehrer, die mit „Histoire / Geschichte“ arbeiten: Sie sollten beim Fokus auf die deutsch-französische Beziehung nicht den Blick aufs gesamte Weltgeschehen vergessen.

Ein zweiter Band ist in Arbeit, der die Geschehnisse vom Wiener Kongress bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs behandelt. Ein dritter Band von der Antike bis zum Ende des Napoleonischen Zeitalters soll folgen.



Europa und die Welt seit 1945




Anmerkung:
Wir bedanken uns beim "Kölner Stadt-Anzeiger" für die freundliche Unterstützung unseres Pressespiegels.