Wappen der Rösrather Partnerstädte

Städtepartnerschaft Rösrath


Pressespiegel 2011

Kölner Stadt-Anzeiger – Nr. 96 – Dienstag, 26. April 2011 – Bergisches Land, Seite 44

Vier auf einen Streich

Seit 1974 ist Rösrath mit der belgischen Kommune Veurne verbunden. Im französischen Pays de Gallie, einer Landschaft südlich von Paris, hat Rösrath gleich zu mehreren Städten Kontakt.

von Katja Hinnemann


Rösrath - "Unsere Arbeit ist breit aufgestellt", sagt Eva Richter, Partnerschaftsbeauftragte der Stadt Rösrath. Zusammen mit dem Partnerschaftskomitee betreut sie den Austausch mit der belgischen Stadt Veurne und dem Pays de Gallie in Frankreich. Aber auch Vereine, der Freundeskreis des Komitees und viele andere ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass zu den beiden Partnerstädten von Rösrath ein guter Kontakt aufrecht erhalten bleibt.

Bei der Landschaft des Pays de Gallie, südlich von Paris, handelt es sich genau genommen sogar um vier Partnerstädte: Feucherolles, Saint Nom la Bretèche, Chavenay und Crespières. "Seit 1992 trafen sich die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und des Collège Jean Monnet in Feucherolles regelmäßig", erzählt der ehemalige Partnerschaftsbevollmächtigte Horst Reuver, "daraus entstand die Idee einer Partnerschaft zwischen Rösrath und Feucherolles." Doch das war leichter gesagt als getan: "Feucherolles hat gerade mal 3000 Einwohner - wenn zwei Städte so unterschiedlich groß sind, ist es schwer, eine gute Partnerschaft zu betreiben", sagt Reuver, der sich seit vielen Jahren für die Zusammenarbeit engagiert. Eine Lösung war schnell gefunden: "Die vier Städte sind alle mit dem Fluss Gallie verbunden, aufgrund dieser Gemeinsamkeit haben sie sich zusammengeschlossen und ein Komitee gegründet", schildert Reuver. Im Mai 1998 unterzeichneten die fünf Bürgermeister die Partnerschaftsurkunde.

Obwohl die Verbindung zu Veurne sogar schon seit 1974 besteht, entschloss sich Rösrath erst 2001/2002, ebenfalls ein Komitee zur Organisation der beiden Partnerschaften einzurichten: "Es erleichtert die Zusammenarbeit ungemein", weiß der heutige Vorsitzende Kurt Küsgen. "Die Stadt Veurne hat kein Komitee, dort arbeitet man immer mit einem Mitarbeiter der Stadt zusammen". Man sei so sehr vom persönlichen Engagement des jeweiligen Ansprechpartners abhängig.

2010 stellten die Rösrather mit dem belgischen Sporkin-Verein das so genannte Sporkinfest auf die Beine, das jährlich zu Ehren des Kriegers Sporkin gefeiert wird. Er verteidigte im Mittelalter die belgische Stadt. Aus Rösrath reisten im Juli 2010 zahlreiche Musiker wie das Tambourkorps Rösrath Blau-Weiß, das Sülztaler Blasorchester und die Jagdhornbläser nach Veurne. Doch nicht nur musikalisch boten die Rösrather ein umfassendes Programm, auch einen kulinarischen Höhepunkt hatten sie zu bieten: Mehr als 1000 Reibekuchen backten fleißige Helfer in einer Pfanne, die so groß wie ein Billardtisch war.

Die Aktivitäten zwischen Rösrath und dem französischen Pays de Gallie sind vielseitiger: Neben dem jährlichen Schüleraustausch hat das Partnerschaftskomitee einen deutsch-französischen Jugenddialog ins Leben gerufen: "Wir wollten einfach etwas Neues und Ungewöhnliches machen", beschreibt Reuver. "In Workshops, bei Vorträgen und Ausflügen haben die Jugendlichen die Chance, mehr über Deutschland und Frankreich zu lernen."

Aber auch zahlreiche Bürgerfahrten stärken die Beziehung, sowohl in Rösrath als auch im Pays de Gallie übernachten die Besucher in Familien: "So rücken alle näher zusammen - Sprachprobleme gibt es eigentlich keine", sagt Küsgen. "Die treten immer erst später am Abend auf", ergänzt er lachend. Und Reuver wirft ein: "Vor etlichen Jahren meldete sich bei uns einmal ein Ehepaar, das gerne Besucher aus Frankreich aufnehmen wollte - es konnte aber gar kein Französisch". Ein wirkliches Problem sei das nicht gewesen. "Heute ist dieses Ehepaar immer noch dabei."





Tambourkorps Rösrath Blau-Weiß in Veurne

Anmerkung:
Wir bedanken uns beim "Kölner Stadt-Anzeiger" für die freundliche Unterstützung unseres Pressespiegels.