Wappen der Rösrather Partnerstädte

Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · 5. Ausgabe August 2005

Büßerprozession in Veurne

Am 31. Juli war es wieder soweit: Die Büßerprozession in Rösraths Partnerstadt in West-Flandern lockte viele interessierte Rösrather schon früh zu einer Bustour nach Belgien. Diese Tradition der Büßerprozession geht auf eine Initiative des Jacob Clou zurück, der am 29. November des Jahres 1637 einige junge Einwohner der Stadt zusammenbrachte.

Jacob Clou war Prämonstratenser der Abtei St. Nikolaus zu Veurne. Sein Vater, ein Soldat im spanischen Heer, leistete Dienst in Sevilla, der Wiege aller spanischen Büßerprozessionen. Dies prägte Herrn Clou und er war überzeugt von der Verdorbenheit der gefallenen Natur des Menschen, so wie es auch der Kirchenvater Augustinus verkündete. Inspiriert von der Notwendigkeit Buße zu tun, fand 1644 der erste Bußumzug mit Jacob Clou und seinen Anhängern, der sogenannten Sodalität, in Veurne statt. 1656 wird die Büßerprozession offiziell von Bischof Franciscus de Robles anerkannt. Im Zuge dieser Anerkennung wurde festgelegt, die Prozession künftig am 26. Juli, dem Fest der heiligen Mutter Anna abzuhalten. Erst 1746 verändert sich dieses Datum. Es wurde beschlossen, dass der Tag des Umzugs auf den letzten Sonntag im Juli fallen soll, so wie es auch 2005 noch immer der Fall ist.

Heute hat die Büßerprozession auch eine Volksfest-Komponente, denn die Kirmesaufbauten auf dem „Groten Markt“ zeugen davon. Danke sagen, auch im Namen der Rösrather Delegation, möchte ich Herrn Piet Lapauv, der uns so fachkundig durch das historische Rathaus zu Veurne führte.
Asja Andrea Tesch

  


siehe auch: Impressionen vom 31.07.2005

Weitere Beiträge der 5. Ausgabe 2005


Büßerprozession
Büßerprozession: Einzug in Jerusalem