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Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · 6. Ausgabe März 2006

3 Rösratherinnen entdecken das Pays de Gallie

Am 16.07.2005 sind Anna Angenendt, Sabrina Gomm und Fabiana Haack, in Saint-Nom-la-Bretèche angekommen. Anna und Sabrina sollten im Bürgermeisteramt und Fabiana in einem Supermarkt arbeiten. Sie hatten sich beim Partnerschaftskomitee um drei Praktikumsplätze beworben – so Fabiana Haack –, um die Aussprache zu verbessern, den Wortschatz zu erweitern und natürlich, um einen hautnahen Einblick in die französische Kultur zu bekommen.

Nachdem wir sehr herzlich von Monsieur Léger, dem Mann, der uns in Saint-Nom-la-Bretèche unsere Praktikumsplätze organisiert hat, und dem Gastgeber von Sabrina, Monsieur Arnoux, empfangen wurden, ging es uns schon um einiges besser. Wir machten eine Sightseeingtour durch Paris und fuhren danach zu unseren neuen Familien für die nächsten vier Wochen. Ich wurde sehr freundlich und entgegenkommend von meiner Familie aufgenommen und merkte schnell mit Erleichterung, dass ich genauso erwartungsvoll angeschaut wurde, wie ich auch um mich guckte. Doch wir näherten uns schnell an. Ich wurde zu meinem Arbeitsplatz, der Kasse des G20 Supermarktes, geführt und in meine Aufgaben eingewiesen. Schon bald fiel meine Scheu von mir ab, ich konnte flüssiger reden, die interessierten Kunden unterhalten und fühlte mich sicher hinter "meiner" Kasse. Dank meiner netten Gastfamilie, netten Kunden und natürlich dem aufopferungsvollen Bemühen von Frau Rupp und Herrn Léger konnte ich die Zeit genießen, viel lernen und werde immer auf eine schöne Zeit zurückgucken können.
Fabiana Haack

Die gemeinsamen Mittagessen und Abendessen mit vielen verschiedenen Bewohnern St-Noms haben mir immer wieder gezeigt, wie willkommen ich war und wie sehr sich die Franzosen über den Besuch gefreut haben. An der Länge der einzelnen Essen musste ich mich die erste Zeit gewöhnen, aber nachdem ich eine Woche dort war, fand ich es schon seltsam, wenn ein Essen nicht so lange gedauert hat. Trotz der Freude auf Zuhause und eine Woche Restferien, war es am Ende dieser schönen Zeit schwer, den Menschen Tschüss zu sagen, mit denen ich in diesen Wochen Kontakte geknüpft hatte. Die Verabschiedung vom Bürgermeister und der kleine Empfang, den mir die Kollegen bereitet hatten, waren dann das endgültige Zeichen der Abreise. Mit einem Mal waren vier Wochen vorbei, von denen ich in der ersten Woche noch dachte, sie würden nie zu Ende gehen. Ich bedanke mich am Ende sehr herzlich für die freundliche Aufnahme und die liebevolle Betreuung durch meine Gastmutter, Mme Drimarraci. Ihr ist es gelungen, mich für die französische Küche zu begeistern und mir ihr ganz persönliches Paris zu zeigen, das ich ohne sie nie kennen gelernt hätte.
Anna Angenendt

Die ersten paar Tage waren alles andere als ein Zuckerschlecken. Ich brauchte meine Zeit, um mich einzuleben in die Gastfamilie. Dank der unglaublichen Gastfreundlichkeit und Offenheit fühlte ich mich schon bald wie zu Hause. Doch nach dem ersten Wochenende in der Familie ging es zur Arbeit. 6 -7 Stunden zu arbeiten und dabei in einer fremden Sprache zu denken, waren ganz schön anstrengend. Trotzdem hat es nicht nur Spaß gemacht, sondern auch meinen Horizont erweitert. Die Befürchtungen, dass ich als deutsche Praktikantin lediglich Kaffee kochen werde, lösten sich schnell in Luft auf. Das Gegenteil war der Fall: da man mich in die Arbeitsabläufe integrierte, lernte ich viel über die französische Administration, die sich in einigen Punkten doch stark von der deutschen unterscheidet. Was mir besonders gefiel war die Tatsache, dass meine Tätigkeit sehr abwechslungsreich war. Außerdem fiel mir positiv auf, dass die Leute auf dem Amt stets freundlich waren, sei es zu mir oder den Besuchern. Auch wenn sie genervt waren, wurde der Tonfall nie unfreundlich und sie hatten immer ein nettes Lächeln auf den Lippen. Ich könnte jetzt ewig weiterschwärmen von der wunderschönen Stadt, den Gastfamilien oder der Arbeit, aber das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Im Übrigen soll dies hier nur ein Einblick sein, zumal die Erfahrungen sowieso nicht mit Worten zu beschreiben sind. Darum meine Empfehlung: auch wenn es einiges an Eigeninitiative und Engagement kostet, sollte man ein Praktikum in der französischen Partnerstadt als Herausforderung annehmen. Es lohnt sich auf alle Fälle!
Sabrina Gomm

  


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