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Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · 8. Ausgabe März 2007

Zeitzeugen im Gespräch

"Freundschaft muss gepflegt werden". Mit diesen Worten traf Charlotte Lohmar, Schülerin am hiesigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, voll die Empfindungen der rund 160 Teilnehmer des 4. Deutsch-Französischen Dialogs in Rösrath im November vergangenen Jahres.

Die Veranstaltung hatte sich offensichtlich bis nach Berlin herumgesprochen. Der französische Botschafter in Deutschland, M. Claude Martin, ließ es sich nicht nehmen, ein persönliches Grußwort an die Rösrather zu richten.

Unter der Gesprächsleitung von Dr. Claus Hagenberg berichteten der französische Gast Bernard Vitoux, Crespières, und Hiltrud Warken aus Rösrath einfühlsam und anschaulich über ihre Erfahrungen, Begegnungen und ihren Um-gang mit dem jeweils "anderen" Land und seinen Menschen. Vater Vitoux hatte 1942 seinem Sohn dringend empfohlen, Deutsch zu lernen, da nach Hitler und dem "3. Reich" die Verständigung mit dem deutschen Nachbarn eine wesentliche Rolle spielen würde. So kam es dann auch. Bernard Vitoux spricht fließend Deutsch, hat in Freiburg studiert, beruflich und privat vielfältige Verbin-dungen mit unserem Land aufgebaut. Bei Hiltrud Warken begann es 1952 mit einer regelmäßigen Briefpartnerschaft zu einer jungen Französin im Großraum Paris und entwickelte sich zu einer lebenslangen engen Freundschaft. Von ihren damaligen Besuchen in der französischen Groß-familie mit 5 Kindern schwärmt H. Warken noch heute. Sie sei aufgenommen worden wie ein Kind der Familie.

Dass die Veranstaltung nicht nur zu einer Reise in die Vergangenheit wurde, sondern auch den Blick nach vorne öffnete, ist vor allem auf die Anwesenheit von gut 50 jungen Rösrather Bürgern, alle Schülerinnen und Schüler, zurückzuführen. Erweitert wurde dieser Kreis durch Marianne Pasty, aufgewachsen in den Kulturen einer deutsch-französischen Familie. Das Zusammentreffen von mindestens drei Generationen führte insgesamt zu einem spannenden Dialog.

Der Schüleraustausch zwischen den Partnerstädten beginnt bereits in der Klasse 6. Häufig entwickeln sich daraus lebenslange Freundschaften der Familien. Für Jugendliche gehört das Thema "Aussöhnung" zwischen Deutschen und Franzosen der Vergangenheit an. "Deutschland ist ein wichtiges Land in Europa", so der Enkel des Zeitzeugen Vitoux, "Was machen wir gemeinsam?" sollte das Thema sein. Dem schlossen sich auch die jungen Zeitzeugen auf dem Podium an: Marie Bühler, Inga-Lena Boos, Steffi Küttner und der französische Gast Marianne Pasty. Sie plädierten für einen Dialog zu Themen wie: Immigration, Umwelt, Generationskonflikte, Einstellung zu Sozialstaat ... Für den 5. Dialog am 23. November 2007 bietet sich das Thema an: "Die Jugend der Deutsch-Französischen Partnerschaft im Gespräch".
Klaus Baldus

  

siehe auch: Impressionen vom 4. Deutsch-Französischen Dialog am 24.11.2006

Weitere Beiträge der 8. Ausgabe 2007



4. Deutsch-Französischer Dialog 2006