Wappen der Rösrather Partnerstädte

Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · Sonderausgabe Mai 2008

Eine Erfolgsgeschichte

Als die Bürgermeister der vier, idyllisch im Tal des Gally-Flusses gelegenen Städtchen St. Nom-la-Bretèche, Feu-cherolles, Chavenay und Crespières gemeinsam mit unserem Bürgermeister am 23. Mai 1998 die Partnerschaftsurkunde feierlich unterzeichneten, hatte noch keiner der zahlreichen deutschen und französischen Festteilnehmer eine richtige Vorstellung, wie intensiv und vielfältig sich in den kommenden Jahren die Begegnungen auf allen Ebenen entwickeln würden.



Alle aktiv am Aufbau der partnerschaftlichen Beziehungen Beteiligten hatten die private Unterbringung als wichtige Voraussetzung für die Entfaltung persönlicher Beziehungen erkannt. Sie wurde von den vielen Teilnehmern an sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Begegnungen weitgehend und gerne angenommen, auch wenn gelegentlich einige sprachliche Verständigungshürden zu überwinden waren. So bildete sich hier wie dort in kurzer Zeit ein großer Kreis von Gastgeberfamilien, die eine Unterbringung sogar von größeren Gruppen ermöglichten. Das allgemeine Interesse, Gemeinsamkeiten zu finden, gleichzeitig aber auch die unterschiedliche Lebensart in Familie und Wohnumfeld kennen zu lernen, war stets lebendig.

Im Rückblick auf die ersten Aufbaujahre ist erinnerlich, dass die Vertreter der vier unabhängigen Kommunen im Pays de Gallie einen Prozess des sich Kennen Lernens zu überwinden hatten. So bildete sich Anfang 1998 ein Komitee mit paritätischer Besetzung aus allen vier Ortschaften. Präsident und seine drei Stellvertreter wurden für jeweils drei Jahre gewählt. Gründerpräsident war Bernard Vitoux (Crespières).



Höhepunkte waren die Feierlichkeiten zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 23. Mai 1998 in St. Nom-la-Bretèche mit dem Konzert der Chöre von Chavenay, Feucherolles, St. Nom und dem Frauenchor von Forsbach in der alten Dorfkirche von Crespières und der offizielle Gegenbesuch am 28.-30. Mai 1999 in Rösrath. Bei der hiesigen Programmgestaltung waren alle vier Ortsteile eingebunden. Musikvorträge von Schülern, allen weltlichen Chören, Orchester und junge Solisten aus Rösrath und Pays de Gallie, bei der Ankunft in Forsbach, der Brunneneinweihung in Hoffnungsthal, der feierlichen Verlesung der Partnerschaftsurkunde in Haus Eulenbroich, dem großen Festkommers in der Aula und dem Abschied in Kleineichen mit Messe und Bürgerfest.

In der Folge diskutierten Rösrather Vereinsvorstände in Frankreich ein Begegnungsprogramm für die nächsten Jahre, eine Seniorendelegation aus Pays de Gallie erfreute das Rösrather Publikum mit musikalischen Beiträgen, beim Gegenbesuch wanderten Rösrather Senioren durch die schönen alten Ortszentren entlang des Flüsschens Gallie. Rösrather Künstler beteiligten sich an einer Kunstausstellung in St. Nom, unsere französischen Freunde lernten Karneval in Rösrath und Köln kennen. Nach dem Chorbesuch des Forsbacher Frauenchors zur Partnerschaftsunterzeichnung fuhr der MGV Rösrath 2 Jahre später mit 100 Mitgliedern und ihren Frauen zur Konzertbegegnung nach Feucherolles. Eine weitere große Musikveranstaltung war die Aufführung des Musicals „Rags“ durch Schüler des Gymnasiums in Feucherolles. Jugendtennisturniere wechselten ab mit Golfbegegnungen, Fechtturniere mit Jugendfußball in Hoffnungsthal. Vorträge über die geschichtliche Vergangenheit an Sülz und Gallie sowie vom Geschichtsverein organisierte Wanderungen in Rösrath und Schlosspark von Versailles förderten das allgemeine Wissen über die Partnerstädte hier und dort.

In Rösrath waren wir Anfangs ein kleines Team, das in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Vereine, Schulen und vielen interessierten Bürgern die gesetzten Ziele weitgehend erreicht hat. Annemie Rupp, von der Verwaltung delegiert, war für uns eine große Hilfe mit ihrem organisatorischen Talent. Auch die Unterstützung von Fritz Mundzeck, der mit seiner großen Kenntnis und Erfahrung in deutsch-französischer Zusammenarbeit ein wichtiger Ratgeber war, hat maßgebend zum Erfolg beigetragen. Wir haben ihn leider zu früh verloren.

Mit Bernard Vitoux als Präsident des französischen Komitees habe ich einen gleichaltrigen Partner gefunden mit dem ich die Herausforderungen der ersten Jahre in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit meistern konnte. So entwickelte sich eine echte Freundschaft. Gemeinsam und jeder auf seine Art unterstützen und begleiten wir mit Interesse und Freude die Aktivitäten unserer Nachfolger.

Horst Reuver
Partnerschaftsbevollmächtigter 1998-2001


  


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