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Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · 13. Ausgabe März 2009

Anne Graner

Wir trauern um Anne Graner geb. Gantier, gestorben am 20.11.2008. Sie wurde am 4.11.1946 in Hazbrouck im Norden Frankreichs geboren.

Durch ihre Heirat mit Joachim Graner kam sie nach Deutschland und wohnte seit 1977 mit ihrem Mann und den Töchtern Hélène und Marion - Isabelle wurde später geboren - nicht weit von mir im Rothenbachtal und arbeitete als Französischlehrerin am Paul-Klee-Gymnasium in Overath. Zuerst sahen wir uns ab und zu bei den Klassen- und Schulpflegschaftssitzungen in den Rösrather Schulen.

Und dann wurden unsere Begegnungen intensiver. Da ich mit zweien ihrer Nachbarinnen bei der VHS Französisch lernte, bildete sich bald ein privater wöchentlicher "Französisch-Treff" mit Anne: nachbarschaftliche Gespräche, Politikthemen, alle möglichen Alltagsprobleme bis hin zu Rezepten wurden in Französisch besprochen. Sie verbesserte uns, niemals ungeduldig, immer hilfsbereit und so wurden wir Freundinnen. Außerdem haben wir ungefähr zehn Jahre lang gemeinsam in einer Gruppe von Rösrather/innen im Kreis der "Internationalen Nachbarschaft" Flüchtlingen aus vielen Ländern, die nach Rösrath kamen, mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Annes Hilfe war gerade für die französisch sprechenden Kongolesen und ihre Übersetzungen für die Angestellten von Sozial- und Ausländeramt von großem Nutzen.

Da sie in ihrem Herzen immer Französin geblieben ist, war es ihr ein großes Anliegen, die Partnerschaft zwischen Franzosen und Deutschen zu fördern. So erstaunte es niemanden, dass man diese fröhliche, energiegeladene Frau bald im Freundeskreis der neu gegründeten Städtepartnerschaft der Gemeinde Rösrath mit dem Pays de Gallie antraf. Als Französin konnte sie natürlich gute Ratschläge geben für den Umgang mit unsern französischen Partnern, bei Übersetzungen helfen, Unterkunft anbieten und wenn sie aus Zeitgründen an Feiern nicht teilnehmen konnte, lieferte sie noch Köstliches fürs Buffet. Am Deutsch-Französischen Dialog war sie auch beteiligt. Nachdem sie wegen ihrer schweren Krebserkrankung ihren Beruf als Französischlehrerin aufgeben musste, meinte sie: "Jetzt habe ich ja mehr Zeit und biete der Partnerschaft zwei Französischsommerkurse an." Wie ich in einem dieser Journale las, hat sie das Geld, das sie dafür erhielt, der Partnerschaftsarbeit zur Verfügung gestellt. Zum Schluss möchte ich sagen, Anne Graner und ihre Familie haben uns eine gelungene deutsch-französische Partnerschaft vorgelebt. Wir möchten uns bei ihr bedanken und werden uns gerne an sie erinnern.
Margret Reusch

  


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