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Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · 14. Ausgabe November 2009

Grand Paris

Mein diesjähriger Sommer stand voll und ganz im Lichte der „deutsch-französischen Städtepartnerschaft“. Ich nutzte diese Zeit, um ein Praktikum bei der Bürgermeisterin Mme Wajsblat in Saint-Nom-la-Bretèche zu absolvieren und meinen persönlichen Erfahrungshorizont erweitern zu können. Vordergründig war es natürlich auch die nette Gastfamilie, die mir alle Facetten rund um das Territoire "Les-Yvelines" näher brachte, mich mit wunderbaren französischen Spezialitäten verköstigte und diese Zeit zu einem vollen Erfolg werden ließ.

Während meines Aufenthaltes arbeitete ich gemeinsam mit der Bürgermeisterin an einem Projekt über "interkommunale Zusammenarbeit". Diese Strukturreform der Gemeinden, die teilweise ganz unterschiedliche Einwohnerzahlen (50 bis 5000) aufwiesen, erscheint gerade deshalb notwendig, weil gemeinsame Entscheidungen schneller, präziser und unbürokratischer gefasst werden müssen. Ziel, Sinn und Zweck soll es sein, diese kommunalen Einrichtungen - wo möglich – zusammenzulegen, um auf allen Ebenen ein gleiches Niveau zu schaffen. Während dieser Zeit habe ich mich vordergründig mit dem Erstellen und Auswerten von Statistiken (Arbeit, Wirtschaft, Umwelt, Wohnungslage, Arbeitslosigkeit etc.) und der Erstellung von Budgetplänen beschäftigt.

Das Thema der "Zentralisierung" spielt zurzeit in ganz Frankreich eine bedeutende Rolle, was das Projekt "Grand Paris" verdeutlicht. In den kommenden fünfzig Jahren soll die Weltmetropole grundlegend erneuert werden, um Antworten auf die gegenwärtigen Probleme des Wohnungsbaus, der Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung, Armut, Demographie und Infrastruktur liefern zu können. Hierzu traf ich mich mit einem Staatsminister des Inneren in Paris, der mir veranschaulichte, wie in drei Jahren die erste automatische Metro "Ile-de-Paris" im Vierundzwanzig-Stunden-Takt verbinden wird. Dieses Thema war auch Gegenstand meines Gesprächs mit einer Abgeordneten der Assemblée National, Mme Colette LeMoal. Zugleich suchte ich die Verknüpfung zu den Fragen: "Was bringen diese Projekte für die junge und nachfolgende Generation? Wie können wir junge Menschen zu politischem Handeln begeistern? Wie können wir eine deutsch-französische Partnerschaft mit jungen Menschen gestalten? Welche Bedeutung haben Frankreich und Deutschland in Europa?" und viele, viele mehr. Das Praktikum hat mir nicht nur neue politische und kulturelle Sichtweisen eröffnet, sondern auch ganz persönliche. Allein die Tatsache, dass ich viele interessante Menschen kennengelernt habe, birgt einen unheimlichen Wert, der mich dazu anspornt, junge Menschen für den „deutsch-französischen Dialog“ zu begeistern.
Marco M. Hagemeyer

  


Weitere Beiträge der 14. Ausgabe 2009


Bürgermeisterin Wajsblat
mit Marco M Hagemeyer