Wappen der Rösrather Partnerstädte

Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · 15. Ausgabe Mai 2010

Dialog in Frankreich

Paroles aux jeunes! Zu einem spannenden Dialog, angekündigt mit elektronischer Werbung und eingebettet in ein eindrucksvolles Rahmenprogramm, hatten unsere Partnerschaftsfreunde ins Pays de Gallie eingeladen. Mit 10 Schülerinnen und Schülern der Realschule und des Gymnasiums Rösrath sowie 9 Teilnehmern fortgeschrittenen Alters war der „Kleinbus“, der uns am 26. März nach Frankreich Generationen übergreifend besetzt und bot Gelegenheit zur gegenseitigen Annäherung.



Thematische Schwerpunkte der Veranstaltung, die die deutschen Jugendlichen mit rund 20 jungen Franzosen aus dem Collège in Feucherolles, dem Gymnasium in Villepreux, und der Internationalen Schule in Saint-Germain zusammenführte, waren: die Deutsch-Französische Beziehung / die gemeinsame Wahrnehmung von Europa / die Betrachtung der eigenen, persönlichen Zukunft. Auch das Modell eines einheitlichen Schulsystems stand auf der Agenda. In kleinen Arbeitsgruppen (ateliers) wurden Vorstellungen gesammelt, Vorschläge ausgearbeitet, um diese dann nachmittags im Plenum vorzustellen und unter der Leitung des FAZ-Korrespondenten Christian Schubert zu diskutieren.

Ob die in beiden Ländern doch unterschiedlichen Bildungsstrukturen ein einheitliches Schulsystem in absehbarer Zeit erlauben, sei dahingestellt. Das Vorhandensein und vor allem auch die Nutzung eines gemeinschaftlich und paritätisch erarbeiteten deutschfranzösischen Geschichtswerkes weisen jedoch auf eine erhebliche Annäherung von Bildungsinhalten hin. Deutschfranzösische Begegnungen und das Verstehen der jeweils anderen Kultur sind für die jungen Leute nicht mehr ungewöhnlich. Auch abweichende Befindlichkeiten und gelegentliche Klischees beeinträchtigen dieses Bild nicht. In Sachen Europa ist man noch auf der Suche nach einer europäischen Identität: „Es sind zu viele Länder“, „der Überblick geht verloren“, „es gibt zwei Geschwindigkeiten, England bremst, stellt aber die Außenministerin.“ „Europa ist eine große Familie, die Rolle der Eltern haben Deutschland und Frankreich." “Was ist mit der gemeinsamen Sprache? Reicht Englisch? ... Jein!“



„Wie sehen wir unsere Zukunft?“ Es besteht eine gewisse Verunsicherung, insbesondere von französischer Seite wegen zu vieler Optionen, Wahlmöglichkeiten. Auch gilt es, die richtige Balance zu finden zwischen Arbeits- und Familienleben. Es empfiehlt sich, nicht alles auf einmal zu planen, sondern die Zukunft in Lebensabschnitte aufzuteilen. Insbesondere das Thema „Berufliche Tätigkeit“ wird häufiger zu korrigieren sein. Als Blick nach vorne versteht sich der Aufruf zu gemeinsamen Taten, von den Schülern aus Villepreux vorbereitet und dargestellt am Projekt einer gemeinsamen Reise in die Region Straßburg, Elsass, Freiburg. Ziel der Unternehmung: mehr Erfahrungen im Umgang mit Europa ! Am Ende eines mit ca. 150 Personen gut besuchten Deutsch-Französischen Dialogs, dessen Ergebnisse in eine entsprechende Dokumentation Eingang finden werden, bleibt zu wünschen: „Weiter so, wir sind auf dem richtigen Weg!“ Wie üblich, waren alle Gäste privat untergebracht und genossen einmal mehr die herzliche Gastfreundschaft. Zum ersten Mal dabei war Marcus Mombauer, seit einem guten Jahr Bürgermeister von Rösrath. Gut gelaunt präsentierte er sich in „kleiner Runde“ am Place de Rösrath in Chavenay. Unser Bürgermeister war beeindruckt, nicht nur von dem Hinweis auf sein Hobby „drums“, sondern viel mehr von der Herzlichkeit und der familiären Stimmung, die unseren Besuch und das Programm begleiteten.



Auch Kurt Küsgen, der neue Partnerschaftsbeauftragte unserer Stadt, bedankte sich in diesem Sinne für das perfekte Programm und das harmonische Miteinander bei Margaret de Fraiteur, die mit ihrem Engagement und Elan maßgeblich zum Erfolg dieser Begegnung beigetragen hat. Dies galt auch für die abschließende Schiffrundfahrt am Sonntag, 28. März, auf der Seine in Paris und den Rundgang über den Montmartre mit kleinem déjeuner d’adieu.



Niklas, Schüler aus Rösrath meint, dass die Erfahrungen, die er auf dieser Reise gemacht hat, stark zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Klaus Baldus

  


Weitere Beiträge der 15. Ausgabe 2010