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Städtepartnerschaft Rösrath

Journal-Archiv · Rösrather Partnerschaftsjournal · 19. Ausgabe August 2012

Kultur, Natur, Gastfreundschaft

waren angesagt, als sich 50 Rösrather(innen) am 7. Juni des Jahres im bequemen Reisebus zu einer 4-tägigen Bürgerfahrt ins Pays de Gallie auf den Weg machten. Nach einem herzlichen Willkommen in Feucherolles verbrachten die Mitreisenden – unter ihnen Bürgermeister Marcus Mombauer und seine Gattin Susanne, sowie ein gutes Dutzend „neuer Gesichter, vor allem der jüngeren Generation“ – in ihren Gastfamilien, die sich zum Teil zu größeren Gruppen zusammenschlossen, um ihre Gäste abwechslungsreich zu bewirten. Bei einem guten Wein feierte man Wiedersehen oder lernte sich kennen.



Schloss Dampierre war die erste Station unseres ländlichen Ausflugstages inmitten des regionalen Naturparks, nahe Versailles, im Tal der Chevreuse. Das Schloss, umgeben von einer idyllischen Parklandschaft, beherbergte u.a. Ludwig den XIV. und den XV. und ist seit 1663 in privatem Besitz. Nach einem von unseren Gastgebern organsierten rustikalen Picknick im Schlossgarten erreichten wir Vaux de Cernay mit seinem ehemaligen Zisterzienserkloster und einem exquisiten Landhotel zum Entspannen. Ein Rundgang durch das farbenfrohe Anwesen schloss sich an und endete mit einer vorzüglichen Kaffeetafel in den neugewandeten Gemäuern der alten Abtei.



Der Stadtrundgang in Paris am nächsten Tag begann mit dem Besuch des Musée d’Orsay. Der ehemalige vornehme Bahnhof, nahe der Seine und dem französischen Außenministerium, wurde 1986 als prachtvolles Museum eröffnet und veranschaulicht mit seinen Exponaten, insbesondere der Impressionisten-Sammlung, eindrucksvoll die Kultur- und Kunstepoche zwischen 1848 und 1914, ein faszinierender Kontrapunkt zum Louvre vis-à-vis. Ein Blick durch die „alte Bahnhofsuhr“ lässt den Montmartre grüßen.

Gestärkt durch einen Lunch im stilvollen Restaurant des Museums, führte uns der Weg zu Fuß in kleinen Gruppen an der Seine entlang, vorbei bei den Bouquinisten, durch das Quartier Latin mit seinem „Boul.-Mich.“ zur Notre-Dame. Keiner ging verloren! Einige erklommen die berühmte Kathedrale, andere bevorzugten ein leckeres Eis von Berthillon auf der Ile Saint-Louis. Am Ende fanden sich alle ein am monumentalen Rathaus der Stadt und traten im Bus die Rückfahrt zum Abendprogramm an.



Nach kurzer Verschnaufpause wurde der Abend dieses langen Tages eingeläutet mit einem Besuch der restaurierten Kirche von Feucherolles (sc. Sonderbericht). Im Salle Raymond Dumay erwartete uns ein von den Gastgebern mit Liebe vorbereitetes festliches Diner mit lukullischen Leckereien, wie dem „Filet de Saint Pierre“ oder dem „Pain Surprise“, das uns Suzanne erwartungsvoll entgegenhielt. Auch Olivier, Petra und Martin fanden Geschmack daran.
Stimmungsvolle Musik begleitete den Abend. Zu Ehren von Joe Dassin, dem “musikalischen Sohn“ von Feucherolles, stimmten alle ein in sein bekanntes Lied (...die Deutschen hatten schon im Bus geübt...) : aux Champs Élysées, aux Champs Élysées...



Ein weiteres Highlight war am Abreisetag die Besichtigung der Opéra Garnier, Werk des Architekten Garnier, in Auftrag gegeben von Napoléon dem Dritten, dem es nicht vergönnt war, die feierliche Eröffnung im Januar 1875 zu erleben. Alles in allem gilt dieser komplexe Bau als epochales Meisterwerk der damaligen Architektur. Sehr viel später, 1963, verewigte sich Chagall mit einem einzigartigen Deckengemälde in der Kuppel.



Auch für uns fiel mit dem Besuch der Oper und dem abschließenden Dejeuner in einer benachbarten Brasserie der Vorhang, erlebnisreiche Tage bei und mit bezaubernden Freunden gingen zu Ende. Merci Margaret pour tout, merci les ami(e)s pour votre hospitalité. Auf Wiedersehen in Rösrath.
Klaus Baldus

  



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